Der Einfluss von innovativen Lösungen in der Rederei auf die baltische Region

Die Fortbewegung in einem Transportmittel ohne Fahrer ist nunmehr kein Privileg der Land- und Lufttransportmittel. Die Wahrscheinlichkeit, dass Schiffe ohne Crew eine Fahrzeugfracht befördern könnten, wird mit jedem Tag immer wahrscheinlicher.

 Es ist nicht ausgeschlossen, dass schon in den nächsten Dekaden die sogenannten Gespensterschiffe ohne Crew die Frachten zum geplanten Reiseziel befördern werden. Der Seetransport wird dann vom Land beaufsichtigt. Solche Technologie wird bereits für PKWs und LKW getestet. Die Umsetzung der Idee für den Seetransport hängt aber von vielen Faktoren ab.

Obwohl crewlose Schifffahrt noch eine weite Zukunft zu sein scheint, behaupten ausländische Experte, dass Autotransportgesellschaften den größten Nutzen davon haben könnten.  

 „Wenn schon irgendein Segment der Schifffahrtindustrie von diesem Projekt profitieren könnte, dann wäre das bestimmt der Segment der Autotransportgesellschaften“, betont der Chefberater der Gesellschaft für Beratung der Redereien „Dynamar“ Dirk Wisser.

„In der baltischen Region wird Autotransport über die Seewege meistens durch die Häfen Ventspils und Klaipeda befördert, wohin die Transportmittel aus dem Hafen Lübeck in Deutschland und Karlshamn in Schweden transportiert werden. Ein wichtiger Logistikknoten für Fahrzeuge  ist der estnische Hafen Paldiski, wo die Fahrzeuge aus Malmö, Bremerhaven und Hanko ankommen“, so beschreibt der führende Logistikfachmann für Autotransporte auf der Ostsee der Autotransportgesellschaft „Kurbads“  Toms Hartmanis die Situation.

„Auf der Ostsee kann man nicht die großen Ro-Ro-Schiffe antreffen, denn für sie ist es wichtig, voll befrachtet zu sein, am meisten passiert das im interkontinentalen Verkehr. Auf der Ostsee fahren kleinere Ro-Ro-Schiffe, die sich von Malmö nach Paldiski und weiter nach Sankt Petersburg begeben.“

„Es ist klar, dass unsere und andere Autotransportgesellschaften aus dieser Region keinen Gewinn davon haben werden. Das könnte günstig für die Redereien sein, die die Kosten in langfristigen Perioden senken könnten, und für die Ökologie der Region wegen verringertem Treibstoffverbrauch“, sagt Hartmanis.

Hans-Christoph Burmeister, Koordinator des Projektes zum Testen von autonomer Schifffahrt behauptet, dass „der Treibstoffverbrauch wegen der kleineren Geschwindigkeiten sogar bis zu 50% sinken könnte“.

Einer der wichtigsten Faktoren im Logistikprozess ist gerade die Geschwindigkeit. „Wenn die crewlosen Schiffe langsamer werden sollten, wird der Kunde leiden, der das Auto erworben hat, er wird länger warten müssen, bis das ersehnte Fahrzeug gebracht wird“, nennt Hartmanis als einen der Nachteile der neuen Technologie. 

„Geringere Kosten für die Redereien werden die Preise in den Autosalons nur geringfügig beeinflussen. Die größten Gewinner werden gerade die Redereien sein.“                                                                                                          

 Der Logistikfachmann von „Kurbads“ betont einen spezifischen Faktor: „Bei solcher Entwicklung  der Technologien wird es interessant zu beobachten, wie der Prozess von Beladung und Befestigung auf den Schiffen verlaufen wird. Zurzeit sind für diese Handlungen große menschliche Ressourcen notwendig.“ 

Als einer der größten Vorteile für die crewlosen Schiffe wird die erhöhte Sicherheit erwähnt. „Die Studien beweisen, dass 85% der Unfälle auf See in irgendwelchem Maße mit dem menschlichen Faktor verbunden sind. Wir glauben, dass die Erhöhung der Automatisierung ein Potenzial für die Senkung der Anzahl von Unfällen ist“, davon ist der älteste Forscher der Gesellschaft für strategische Forschungen und Innovationen „DNV GL“ Hans Anthon Twete fest überzeugt.

Das wäre ein großer Gewinn für unsere Gesellschaft und unsere Kunden, weil es oft passiert, dass die Autofracht gerade auf dem Schiff beschädig wird. Ein wichtiger Faktor wäre der Prozess der Beladung, wie schnell und sicher das ablaufen würde“, sagt Hartmanis. „Für Landtransportmittel ist dieser menschliche Faktor bei Unfällen ähnlich. Wir folgen der Entwicklung der Branche von LKWs.“

Die Forscher der innovativen Systeme sind der Meinung, dass eines der schwierigsten Themen der Schifffahrt- die Seeräuberei- kein Problem darstellen wird, weil „das Ziel der Piraten erstens die Crew ist, die Fracht bleibt im zweiten Plan. Dazu könnten die Schiffe noch so umgebaut werden, dass sie schwerer zu betreten wären.“