Kurbads transportiert die deutsche Antwort des Muscle car der 60er Jahre – das Opel Commodore A Coupé

Kurbads setzt in Zusammenarbeit mit Normunds Avotiņš eine Reihe von Artikeln über exklusive Retro und Sportwagen fort, diesmal die Geschichte des Opel Commodore. Zunächst fiel das schwedische Auto in die Hände eines Restaurators aus Estland. Der Spezialist kümmerte sich um die Restaurierung des Motors, des Getriebes und der mechanischen Teile. Nach der Restaurierung haben wir das Auto in die Niederlande  transportiert, um es zum neuen Besitzer zu liefern.

„Muscle car“ von Opel? Auf den ersten Ton klingt das eventuell etwas merkwürdig, doch der bekannte deutsche Autobauer war jedoch nicht immer so konservativ wie wir es uns vorstellen. Die 1960er und 1970er Jahre waren die Blütezeit der Adam Opel AG. 1962 begann im neu errichteten Werk in Bochum die Produktion eines komplett neuen „Kadett“ Modells. Neben dem Hauptsitz von Opel in Rüsselsheim,  symbolisiert es seit Jahren die industrielle Reichweite des Autoherstellers und bringt jährlich bis zu eine halbe Million des „Kadett“ auf den Markt. Leider wurde 2014 die legendäre Fabrik geschlossen, in der einst 20.000 Menschen beschäftigt waren.

Der Geruch von Erfolg

Die „großen Drei“ Kapitän, Admiral und Diplomat, auch bekannt als KAD, die drei besten Opel-Modelle zu dieser Zeit, waren seriöse, gut aussehende, leistungsstarke und profitable Autos. Ihr Design und Layout wurde zweifellos von amerikanischen Einflüssen dominiert (schließlich gehörte Opel General Motors), und der teurere Diplomat hatte sogar einen V8-Motor. Opel war nach Volkswagen mit Abstand der zweitgrößte deutsche Automobilhersteller und in einigen Marktsegmenten sogar führend. Am 9. Juli 1964 brachte Opel fünf Millionen Autos auf den Markt – die Zukunft sah wirklich rosig aus.

Fahrzeugtransport - Kurbads

 

Hervorragende Basis – Rekord C

Auf dieser Erfolgswelle schuf der Chefingenieur und technischer Leiter der Adam Opel AG, Hans Mersheimer, den Opel Rekord C, eine typische Konsumlimousine, deren Aussehen stark von der Mode des Ford Mustang und der Chevrolet Corvette aus den 60er Jahren beeinflusst wurde. Gleichzeitig verfügte das Auto über eine moderne Federungs-konstruktion, umfangreiche Verbesserungen der passiven Sicherheit und eine verstärkte Karosseriestruktur, die es dem Rekord C ermöglichte die Aufpralltests hervorragend zu bestehen. Kein Wunder, dass der Rekord C mit 1,2 Millionen produzierten Autos bis 1972 das erfolgreichste Modell in der Geschichte von Opel wurde.

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Zwilling des Rekord?

Aber wo war der Commodore in dieser Geschichte? Die Entwicklung wurde durch die Ambitionen des Opel Managements und die potenziellen Gewinnaussichten vorangetrieben. Den Käufern wurde ein teureres und anscheinend prestigeträchtigeres Auto mit derselben Ausstattung angeboten. Der Rekord C ist seit 1967 als zweitürige Version des Coupés erhältlich, einschließlich eines 2,2-Liter-Reihensechszylindermotors. Der Verkauf von „Sechszylinder Rekord“ war jedoch nicht erfolgreich, weshalb wurde  beschlossen, die stärksten Modifikationen vom Basismodell zu trennen und ein neues Brand zu schaffen. Im Februar 1967 wurde der Opel Commodore veröffentlicht.

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„Bullit“ + „Coca – Cola“ = Commodore?

Das Modell der Oberklasse zeichnete sich grundsätzlich nur bei den Motoren aus, da ab Sommer 1968 das Basismodell Rekord C mit nur vier Zylindern hergestellt wurde. Der Commodore wurde sowohl als Limousine (zwei oder vier Türig) wie auch als Coupé produziert. Es wurde sogar ein High End Kombi Prototyp erschaffen – der „Voyage“. Doch leider hat sich das Konzept nicht weiter entwickelt. Die gebauten Nachkommer werden meist mit einer Mischung aus Gran Turismo und Muscle-Car im deutschen Stil und natürlich mit der Karosserie eines Fastback-Coupés in Verbindung gebracht. Wenn man sich die Bilder ansieht, wird sofort klar, warum: Die Silhouette des Fastbacks erinnert sehr an die Mustang „Bullit“ von Steve McQueen, aber die rundungen harmonieren perfekt mit Opels eigenem Design. Wegen des  abgerundeten Hecks – enstand auch der Spitzname  – Cola Flaschen Rekord .

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Was ist „2,5 S“?

Das von Kurbads transportierte Auto ist ein Opel Commodore A Coupé-Standardmodell „2.5 S“ – mit einem 2,5-Liter-Sechszylinder Motor und einer  Leistung von 115 – 120 PS. Das Vinyldach und das schwarze Karosseriedekor deutet auf eine Hochleistungsversion des GS , aber es gibt keine Hinweise darauf, dass der Motor zwei Vergaser anstelle von einem, und deshalb mehr Leistung hat. Während der Entwicklung des Modells erreichte die Kapazität der GS- und GS / E-Modifikationen bis 150 PS. Für mehr leistung im Rennen wurden die Modelle oft zum „Steinmetz“ geschickt, der in den Opel – kreisen als Das Tuning-Unternehmen gilt. Unser auto hatte insgesamt drei Besitzer. Der Oldtimer Restaurator kaufte es in Schweden und restaurierte den Motor, das Getriebe und die meisten mechanischen Teile. Obwohl Opel in den frühen 1970er Jahren mehr als 150.000 Commodore produzieren konnte, sind die Autos relativ selten und Originalersatzteile können ein Problem sein. Interessanterweise wurden Limousinen und Coupés zu etwa gleicher Zahl gebaut, so wurden rund 70.000 Autos auf den Markt gebracht. Am seltensten ist jedoch die zweitürige Commodore-Limousine. Derzeit ist das komplett restaurierte Auto mit Hilfe von Kurbads in den Niederlanden angekommen.

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Der Name überlebt das Muster

Bevor die Modellreihe 1982 zum Stillstand kam, erlebte der Opel Commodore zwei weitere Modellgenerationen, aber der Name war noch weit außerhalb des europäischen Marktes zu finden, zum Beispiel in Südamerika, Südafrika und sogar Australien – als Holden Commodore. Die Opel CIH-Motoren der ersten Generation mit einem speziellen Gasverteilungsmechanismus überlebten den Commodore mehrere Jahrzehnte – die Sechszylindermotoren verschwanden erst Mitte der neunziger Jahre vom Förderband. Opel Commodore Coupé für die Restaurierung können schon ab 5-7 Tausend Euro gekauft werden, überholte Einheiten kosten bis zu 20.000 Euro, aber die neuesten GS- und GS / E-Modelle können bis zu 35.000 Euro erreichen.